Homo Oeconomicus

„Homo Oeconomicus“ – ein veraltetes Modell der Konsumentenforschung?

Die Annahme rationalen Verhaltens liegt vielen Wirtschaftsmodellen zugrunde. Der „Homo Oeconomicus“ ist ein Modell, um das ökonomische Verhalten eines Konsumenten erforschen, erklären und prognostizieren zu können: Basisannahme ist, dass rationale Entscheidungen im Kaufprozess dem Ziel einer Nutzenmaximierung dienen. Weitere Einflussfaktoren sind in diesem Modell z.B. der „sozio-ökonomische Status“ (Bildungsstatus, Berufsstatus) sowie Einstellungen und Meinungen. Auch ein Großteil der quantitativen Marktforschung nutzt diese Modelle.

Kritik: Die „Vereinfachung“ des Modells stellt eine Heuristik, um mit den Unwägbarkeiten „Gefühle“, „irrationales Verhalten“ sowie den Einfluss unvollständiger Information umgehen zu können. Repräsentative Zielgruppenmodelle können mit den Annahmen rationalen Verhaltens durchaus gute Prognosen erstellen helfen. Individuelle Unterschiede „mitteln“ sich bei Inkaufnahme eines entsprechenden Streuverlusts allerdings aus.

Für 1:1 Marketingansatz – wie z. B. im E-Business – fallen individuelle Unterschiede der Akteure stärker in’s Gewicht. Daher werden differenzierende Ansätze aus dem Bereich der Neuro-Wissenschaften genutzt, um Verhalten zu erklären und zu beeinflussen.

Lesen Sie hierzu auch: Big Data; Kahneman: System 1 und System 2; Dark Patterns; Gamification; Kognitive Verzerrungen.

 

Hans-Werner Klein, databerata

Data Scientist bei databerata
Hans-Werner Klein ist empirischer Sozialwissenschaftler und arbeitet seit Anfang der 80-er Jahre als Wissensvermittler zwischen Daten und Menschen.

Weitere Informationen und alle Beiträge
Hans-Werner Klein, databerata

Letzte Artikel von Hans-Werner Klein, databerata (Alle anzeigen)

« Back to Glossary Index