Kognitive Verzerrungen

Kognitive Verzerrungen erleichtern uns Menschen das Leben. Einerseits. Machen uns aber auch zu leichter Beute von Bühnenzauberern und Mentalisten.

Als Kognitive Verzerrung werden unbewusste Fehler beim beim Denken, beim Wahrnehmen, dem Erinnern und Werten bezeichnet. Viele dieser „Fehler“ basieren auf Heuristiken, d.h. der Anwendung von „Pi-mal-Daumen-Regeln“. Unser Gehirn wendet Heuristiken an, wenn unser Handeln unter (vermeintlichem) Zeitdruck und bei (vermeintlich) fehlendem Wissen stattfindet.

Ein Beispiel für eine überraschende Heuristik ist der „Backfire Effekt“: Fakten, die der eigenen Meinung widersprechen, werden als Bestätigung der Richtigkeit der eigenen Meinung betrachtet (Wenn mich so eindringlich jemand von etwas überzeugen will, dann muss ich ja wohl recht haben). Eine bekannte Heuristik ist die „Clustering Illusion“: Wir erkennen Gesichter in zufällig verteilten Mustern (Wolken, Sandkörner, Bodenfliesen). Oder Zusammenhänge in Daten, in denen nur Rauschen zu sehen ist. Die Anwendung von Heuristiken kann evoziert werden, um Menschen zu beeinflussen. Mehr hier.

Für Marktforscher wichtig: Die Erhebung von Meinungen und Aussagen über das vermeintliche Verhalten durch Befragungen (face2face, CATI, WBI) kann ebenfalls von Kognitiven Verzerrungen durch Heuristiken beeinflusst sein. Auch die Interpretation von Daten und Ereignissen in der Marktforschung kann Kognitiven Verzerrungen unterliegen.

Hans-Werner Klein, databerata

Data Scientist bei databerata
Hans-Werner Klein ist empirischer Sozialwissenschaftler und arbeitet seit Anfang der 80-er Jahre als Wissensvermittler zwischen Daten und Menschen.

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