Kognitives Interview

Das Kognitive Interview ist eine Erhebungsmethode aus den USA (Geiselman & Fisher, 1987), die für die Forensik entwickelt wurde. Sie erhöht die Validität und den Informationsgewinn von Zeugenaussagen am Tatort bei gleichzeitiger Vermeidung von Bias oder Konfabulation.
Das Grundprinzip der möglichst exakten Rekonstruktion und Darstellung von Erinnerungen ist der Dreh- und Angelpunkt einer detaillierten Wiedergabe des Erlebnisses.
Nach der ersten, ununterbrochenen Erzählung bitten wir die Befragten, dieselbe Episode rückwärts zu erzählen. Das Erlebte wird noch einmal ganz intensiv “zerkaut”– entgegen der klassisch-gelernten chronologischen Reihenfolge. Die Frage nach einem konkreten Ereignis erleichtert es zu schildern, statt zu interpretieren, sowie Erinnerungsüberlagerungen und -vermischungen zu reduzieren. Gefragt wird nicht nach Routinen oder Idealabläufen, denen oft Wunschvorstellungen zugrunde liegen. Damit kann ein De-Averaging stattfinden, banale bzw. gelernte Handlungsschemata (oder in der kognitiven Psychologie „Skript“ genannt) werden vermieden.

Die Frage nach einem konkreten Ereignis erleichtert es zu schildern, statt zu interpretieren, sowie Erinnerungsüberlagerungen und -vermischungen zu reduzieren. Gefragt wird nicht nach Routinen oder Idealabläufen, denen oft Wunschvorstellungen zugrunde liegen. Damit kann ein De-Averaging stattfinden, banale bzw. gelernte Handlungsschemata (oder in der kognitiven Psychologie „Skript“ genannt) werden vermieden.

Natacha Dagneaud, Séissmo
« Back to Glossary Index